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 CAR - ROOSHERS - PORSCHE  - 1970 PORSCHE 911ST

Fotos Daniel Schaefer, Story Thomas Gaedtke

Gut Ding will Weile haben sagt man in unserem Lande sehr gern.. zu Recht ! Wir nahmen uns die Zeit und haben uns in unserer Werkstatt eingeschlossen um zu schrauben. Herausgekommen ist wohl ein Prachtexemplar eines Rennwagens der frühen siebziger Jahre. 

 

Wir schreiben das Jahr 1970 und sind auf der Suche nach dem ultimativen Rennwagen den Porsche für den Einsatz in der Gruppe 4 zu bieten hat. Porsche wählte den 911S und Unterzog diesem eine Verschlankungskur indem radikal alles Überflüssige aus dem Wagen entfernt wurde. Angefangen von den Dämmungen über Teppiche bis hin zu GFK Karosserieteilen wurde der 911 zu einem echten Leichtgewicht. Doch war nicht nur abspecken angesagt, nein es wurde auch geklotzt, der Porsche bekam erstmals seine markanten breiten Backen, damit die breiteren Schluppen auch unter das Blechkleid passen. Und selbstverständlich gehörte das passende Aggregat auch zum Marschplan an die spitze der Gruppe 4, ein 2,3l starker sechszylinder Boxermotor mit 230PS sollte dem Leichtgewicht Beine machen. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich auch damals schon um eine sündhaft teure Geschichte handelte, konnten sich den Spaß nur das Werk selbst und einige sehr solvente Rennteams und Privatfahrer leisten. Daher wurden auch nur insgesamt 49 Exemplare des 911ST gebaut, von denen theoretisch kaum eins dem anderen gleicht. Diese Fahrzeuge wurden im Werk direkt vom Band abgezwackt und von Hand zum gewünschten Wagen umgebaut, da bei der ständigen Weiterentwicklung auch bei jedem Wagen die erlernten Verbesserungen berücksichtigt wurden gleicht keiner dem anderen. Dementsprechend begehrt und kostspielig sind diese Wagen heut zu Tage, daher gibt es für uns auch nur einen Nachbau …

Hype hin oder her, denn um ehrlich zu sein gibt es wohl kaum ein besseren Rennwagen als den Porsche 911, denn kein anderer Sportwagen dieser Erde kann mehr Rennerfolge in seiner Laufbahn nachweisen als eben dieser. Unser interne Fotograf und Porsche Experte für frühe Porsche 911 Modelle, Daniel Schaefer hatte das Glück in diesem Metier aufzuwachsen und bot uns kurzerhand an ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen, die Geburt des ROOSHERS - PORSCHE. Bekannter Weise lieben wir ja die Geschwindigkeit und die echten Dinge im Leben, somit war uns direkt klar das wir auf dem Gold richtigen Wege sind. Die Marschrichtung war mit dem Basisfahrzeug eines 1970er Porsche 911 gegeben, Daniel hatte bereits die Karosseriearbeiten in Form der üblichen Rostbeseitigung und den Karosserieumbau zum 911ST durchgeführt als wir mit ins Projekt einstiegen.

Jeder der Herr Schaefers Geschmack kennt, weiß genau das er ein Pedant ist. Er ist Immer bestrebt, zeitgenössische Umbauten vorzunehmen. Er sagt immer: „Es muss genau so sein wie damals, kein Deut anders, so einfach ist das.“  Was nach unseren Vorstellungen natürlich wie die Faust auf’s Auge passte. Da der nächste Step die Lackierung war, orientierten wir uns an der Porsche Farbkarte aus dem Modelljahr 70/71 und fanden neben den schrillen und typischen 70er Jahre Farben wie Orange oder Grün im Bereich der Sonderfarben auch die perverse Farbe Gold Metallic mit der Farbnummer 8888. Da führte kein weg vorbei und wir mussten einfach das Blechkleid des Karren komplett in dieser Farbe eintauchen, bis auf den Innenraum, der erhielt einen seidenmatten schwarzen Anstrich.

Auch wenn man es kaum glauben mag, hatte Daniel bereits alle Anbauteile überholt, abgeändert und fertig vorreitet im Regal liegen. Wie ein Streber hatte er bereits alle, wirklich alle noch so kleinen originalen Schrauben, Muttern und andere Eisenteile penibelst entrostet und frisch in den jeweiligen originalen Farben blau oder gelb frisch verzinkt. Alle Achsteile erhielten ebenfalls ihre ursprüngliche Oberflächenbehandlung und lagen wie gesagt schon alle griffbereit zur Montage bereit. Grundsätzlich verwendet er auch nur alle vorhandenen originalen Teile und überprüft diese und restauriert diese sofern es irgendwie machbar ist, denn er ist zugegeben kein großer Freund von Nachfertigungsteilen.

Auch das Herzstück des Rennwagens stand brav auf einem Motorständer parat, Schaefer Senior hatte es sich nehmen lassen sich dieser Baustelle anzunehmen und baute einen blitzblanken und periodisch korrekten 2.3l Motor auf. Er bediente sich an seiner 30 jährigen Erfahrung mit luftgekühlten Porschemotoren und zauberte auf legalen Wege gesunde 235PS unter der Verwendung  einiger Leckerbissen wie, geschmiedete Hochverdichtungskolben, Carrera 6 Nockenwellen, einer überarbeiteten mechanischen Bosch Einspritzanlage, besser als MFI bekannt, einer Doppelzündanlage und eines Rennauspuffes mit angepassten Fächerkrümmern und bearbeiteten Endschalldämpfers. Um den Triebstrang abzurunden übernahm der Senior auch direkt die Überholung und Anpassung des 911 Getriebes, bei dem er neben dem Austausch der Verschleißteile eine angepasste Übersetzung für den Rundstreckeneinsatz sowie eine 80% Differentalsperre in das Getriebe einbaute. Somit ist sichergestellt das die Kraftübertragung auch bestens funktionieren sollte.

So konnten wir rasch mit dem Zusammenbau des Wagens beginnen, bei der uns auch dank des erfahrenen Teams keine bösen Überraschungen erwarteten. Beim Fahrwerk wurden ebenfalls nur zeitgemäße Modifikationen vorgenommen, so fanden dickere Drehstäbe und Stabilisatoren den Weg in den Porsche. Speziell abgestimmte Bilstein Stoßdämpfer für den Renneinsatz und Urethanfahrwerkslager wurden ebenfalls montiert. Somit war das Fahrwerk anno 1970 optimal gerüstet um die 235PS auf den Asphalt zu bringen. 

Der Innenraum ist sehr aufgeräumt und reduziert gehalten, denn alles was man nicht benötigt um ein Auto zu fahren ist somit auch überflüssig. So wurde ein schwarzer Leichtbauteppich eingeklebt, einfache Gummifußmatten eingelegt und Recaro Sitze der damaligen Tage montiert. Die Passagiere werden von altmodischen 4-Punktgurten auf dem Sitzplatz gehalten und können bei Bedarf die Seitenscheiben und Türinnenöffner über einfache Lederriemen betätigen, spartanisch aber mehr bedarf es nicht und wiegen tut der ganze Kram im Gegensatz zu den originalen Mechanismen nur ein Bruchteil.

Euch dürfte aufgefallen sein, das wir es hier ernst meinen und das Ergebnis der Magerkur kann sich echt sehen lassen, unser ROOSHERS - PORSCHE bringt atemberaubende 935kg ohne Kraftstoff auf die Waage. Da der Serienwagen stolze 1110kg wiegt ist das doch mal eine klare Ansage, mit guten 175kg weniger und einem ordentlich Nachschlag an Performance und Leistung macht das Fahren doch wesentlich mehr Vergnügen. 

Die Vergangenheit lehrte uns keine leeren Versprechen zu machen, daher wollen wir mal sehen wann wir unser Schätzchen auf den Asphalt bekommen. Sollte es einen passenden Anlass dazu geben, lassen wir es euch wissen! In diesem Sinne, Glück auf und bis bald!

 

DANKESCHÖN AN - CLASSIC BOXERS - ONASSISPORSCHES